Geschäftsgeheimnisse, Personal- und Kundendaten sind gefährdet.

Quantencomputer können gängige Verschlüsselung (z. B. HTTPS, VPN, E-Mail, Signaturen) knacken.

Unternehmen, die heute verschlüsselte Daten speichern, laufen Gefahr, dass Angreifer sie jetzt mitprotokollieren und nach Q-Day entschlüsseln („Harvest now, decrypt later“).

Besonders kritisch: F&E-Unterlagen, M&A-Pläne, vertrauliche Verträge, Gesundheits- und Personaldaten mit langen Aufbewahrungsfristen.

QDay: Wenn Quantencomputer unsere Verschlüsselung bedrohen

Der Begriff QDay beschreibt den Zeitpunkt, an dem Quantencomputer stark genug sind, viele der heute eingesetzten Verschlüsselungsverfahren in sinnvoller Zeit zu brechen.

Betroffen wären vor allem Verfahren wie RSA und bestimmte elliptische Kurven, die wir täglich nutzen – z. B. für HTTPSWebseiten, VPN, EMailVerschlüsselung oder digitale Signaturen.

Warum ist das problematisch?

Heute gelten diese Verfahren als „praktisch unknackbar“. Ein ausreichend großer Quantencomputer könnte das ändern.

Besonders gefährlich ist dabei die Strategie „Harvest now, decrypt later“:

  1. Jetzt: Angreifer zeichnen verschlüsselte Daten auf und speichern sie.
  2. Später (nach QDay): Diese alten Daten werden mit Quantencomputern nachträglich entschlüsselt.

Kritisch sind alle Informationen, die lange vertraulich bleiben müssen, zum Beispiel:

  • Gesundheits und Personaldaten
  • Konstruktions, Forschungs und Entwicklungsunterlagen
  • vertrauliche Verträge, Behördenkommunikation, M&APläne

Konkrete Risiken:

Niemand kennt das genaue Datum des QDay. Klar ist aber: Die Umstellung auf neue, quantenresistente Verfahren dauert Jahre – besonders in größeren Organisationen.

  • Nachträgliche Offenlegung sensibler Daten trotz heutiger Verschlüsselung
  • Verletzung von DSGVO-Art. 32 (unzureichendes Schutzniveau) und möglicher Reputationsschaden
  • Verlust von Wettbewerbsvorteilen durch entschlüsselte Konstruktions- und Entwicklungsdaten

Welche Rolle spielen BSI, NIST und ISO 27001?

  • BSI: Das deutsche BSI bewertet die Bedrohung durch Quantencomputer und gibt Empfehlungen, welche Algorithmen heute und künftig als sicher gelten und wie der Umstieg vorbereitet werden kann.
  • NIST: Das NIST in den USA standardisiert sogenannte PostQuantumKryptografie – also neue Verfahren, die auch gegen Quantenangriffe schützen sollen.
  • ISO/IEC 27001: ISO/IEC 27001 liefert mit dem ISMS (Informationssicherheits-Managementsystem) den Rahmen, um solche neuen Risiken strukturiert zu behandeln:
    • Risiken erfassen (z. B. „Harvest now, decrypt later“)
    • Schutzbedarf von Informationen bewerten
    • geeignete technische und organisatorische Maßnahmen planen
    • Verantwortlichkeiten, Prozesse und Kontrollen festlegen

QDay ist damit kein „reines ITThema“, sondern ein Management und ISMSThema.

Was Sie jetzt tun sollten – und wo die Experten von Tulos Consulting unterstützten:

  • Krypto-Bestandsaufnahme: Wo setzen Sie heute Verschlüsselung ein (TLS, VPN, E-Mail, PKI, Backups, Code-Signing)?
  • Risikoanalyse nach DSGVO & ISO 27001: Welche Daten wären bei späterer Entschlüsselung besonders kritisch?
  • Roadmap zu krypto-agilen Systemen: Schrittweiser Umbau, um später Post-Quantum-Verfahren einführen zu können.

Wie die Experten von Tulos Consulting Kunden unterstützen

Im Rahmen unseres ISMSEinführungspakets nach ISO/IEC 27001 helfen wir Ihnen, mit dem Thema QDay pragmatisch umzugehen:

  • KryptoBestandsaufnahme: Wo setzen Sie heute Verschlüsselung ein (TLS, VPN, EMail, PKI, Backups, CodeSignaturen etc.)?
  • Risikoanalyse: Welche Daten wären bei einer späteren Entschlüsselung besonders kritisch?
  • Maßnahmenplanung: Entwicklung einer Roadmap hin zu kryptoagilen Systemen und späterer Nutzung postquanten-sicherer Verfahren – orientiert an Empfehlungen von BSI und NIST.
  • ManagementBriefing: Wir erklären verständlich, warum QDay heute schon relevant ist und wie Sie ohne Panik, aber mit Plan vorgehen können.

So wird aus einem abstrakten Zukunftsszenario ein konkretes, steuerbares Risiko in Ihrem ISMS.

Fazit:

Q-Day ist kein Grund für Panik – aber ein klarer Auftrag, Kryptografie, ISMS und Datenschutz heute strategisch auszurichten. Wer seine Verschlüsselungslandschaft jetzt versteht und plant, schützt die Vertraulichkeit von morgen.

Wie gehen Sie aktuell mit Quantenrisiken und Verschlüsselung um?

Ist Q-Day bereits in Ihrem Risikomanagement oder ISMS abgebildet – oder noch Zukunftsmusik? Teilen Sie gern Ihre Erfahrungen oder Fragen.

Quellen (Auswahl)

Tulos Datenschutz-Pakete, auf die Sie sich verlassen können, Erstgespräch kostenlos