Cookie-Banner benutzerfreundlich und DSGVO konform gestalten.

Ein Leitfaden mit Tips und Richtlinien für Cookie-Banner

Webseiten sollen benutzerfreundlich informieren oder kundenorientiert verkaufen.

Gute Webseiten tragen maßgeblich zum Image von Unternehmen und Behörden bei. Vertrauen und Zuverlässigkeit sind hierbei wesentlich.

Webseiten müssen nicht nur DSGVO Konform sein, sie sollten auch sicher funktionieren, um Vertrauen zu gewinnen. Leider bewirken Cookie Banner oft genau das Gegenteil, sie meistens lästig. Damit also die Webseite attraktiv ist, sollte man den Cookie-Bannern genauso Aufmerksamkeit widmen, wie dem Portal selbst.

Hier ein Leitfaden zur Gestaltung von Cookie-Banner

Von Anfang an: Was sind Cookies?
Einfach gesagt, ist ein Cookie ein kleines Programm, mit dem Internetseiten (beziehungsweise deren Betreiber) Nutzer identifizieren und bei jedem Besuch wiedererkennen und ihre Aktivitäten dokumentieren.

Cookies haben vor allem zwei Vorteile:

  1. Für die die Nutzer: Sie müssen nicht bei jedem Aufrufen der Seite ihre Daten eingeben und sich anmelden.
  2. Für die Betreiber: Diese können anhand der Cookies Besucherprofile erstellen und diese beispielsweise für Marketingzwecke verwenden oder Kunden das anzeigen, was sie am meisten interessiert. Für Onlineshops, z.B. sind Kundeninformationen ein Erfolgskriterium.

Dabei wird zwischen verschiedenen Arten von Cookies unterschieden:

  • Notwendige Cookies sind technisch erforderlich, damit eine Website überhaupt funktioniert. Eine konkrete Übersicht oder Auflistung, was genau darunter fällt, gibt es bislang allerdings nicht.
    Technisch Notwendige Cookies bedürfen keine Einwilligung!
  • Funktionale Cookies speichern beispielsweise Informationen zur ausgewählten Sprache der Webseite oder den Benutzernamen. Sie ermöglichen u. a. eine persönliche Begrüßung auf der Website und können die Nutzung für den Nutzer bequemer machen.
  • Statistik-Cookies erfassen Informationen über das Nutzerverhalten, beispielsweise angesehene Produkte, verwendete Suchbegriffe oder auch die Verweildauer auf einer Website.
  • Marketing-Cookies dienen einzig und allein werblichen Interessen. Sie werden genutzt, um Internetnutzern passgenaue Werbung anzuzeigen.

Vorgehensweise für die Gestaltung von Cookies

  1. Prüfen, ob überhaupt Cookies verwendet werden und ob es jedes Mal nötig, ist den Interessenten mit einem Cookie-Hinweis oder Cookie-Banner zu konfrontieren.
  2. Wenn Cookies genutzt werden, dann sollte man prüfen, welche Daten (Informationen) gelesen und ausgewertet werden.
    Erst wenn feststeht, welche Daten ausgewertet und ggf. an Dritte weitergeleitet werden, dann ist die Einwilligung des Betroffenen erforderlich. Betroffene müssen wissen, welche ihrer Daten verarbeitet werden, wer sie Lesen kann und wohin sie gespeichert werden.
  3. Jetzt macht man sich daran, möglichst benutzerfreundliche Cookie-Banner zu gestalten, also das Design und deren Texte.

Die Einwilligung sollte möglichst einfach gestaltet werden, ohne Umwege und versteckte Links. Versteckte Links führen zur Verärgerung und bewirken das Gegenteil, was die Webseite eigentlich erreichen soll, nämlich Interessierte gewinnen.

  1. Prüfen ob ein Consent Tool erforderlich ist. Einwilligungen machen nur dann Sinn, wenn man die Einwilligung auch nachprüfen kann. Kann man die Einwilligung nicht nachvollziehen, nützt sie bei Nachfrage wenig. Wenn man viele Interessenten hat, ist ein Consent Tool sehr hilfreich. Consent Tools gibt es viele, Tulos hilft Ihnen gerne bei der Auswahl passender Systeme.

Zusatzwissen und rechtliche Grundlagen für Cookies

Seit Mai 2018 gilt die DSGVO. Alle Webseitenbetreiber, die Cookies nutzen, müssen seit 2018 ihre Datenschutzerklärung neu formulieren. Die DSGVO verlangt nämlich, dass in der Datenschutzerklärung die Rechtsgrundlagen für das Verwenden von Cookies genannt werden.

Richtlinien für Cookies regelt in Deutschland der § 15 Abs.3 Telemediengesetz (TMG). Der besagt, dass es ausreicht, den Nutzer zu unterrichten und auf ein Widerspruchsrecht hinzuweisen (§ 13 Abs. 1). Das kann in einem Cookie-Hinweis in einem Banner mit Link auf die Datenschutzerklärung erfolgen.

Vorschriften für die Gestaltung von Cookies bzw. Einwilligungserklärungen

  • Die Zustimmung des Nutzers muss direkt beim Seitenaufruf eingeholt werden, bevor Cookies gesetzt werden. Einzige Ausnahme: Technisch notwendige Cookies dürfen ohne vorherige Zustimmung gesetzt werden.
  • Cookie-Banner dürfen keine vorher angekreuzten Kontrollkästchen haben.
  • Das fortgesetzte Scrollen und Browsen auf einer Website stellt keine gültige Zustimmung dar.
  • Cookie-Walls (d.h. erzwungene Einwilligung) stellen keine gültige Zustimmung dar.
  • Die Einwilligung muss spezifisch sein und vom Benutzer aktiv erteilt werden, durch erstmaliges Ankreuzen eines Kästchens, nicht durch Deaktivieren eines bereits angekreuzten Kästchens. Die Einwilligung gilt auch nur, wenn die Nutzer über die Dauer der platzierten Cookies informiert wurden und darüber, ob Dritte Zugang zu ihren Daten haben.
  • Im Idealfall wird auf manipulative Formulare verzichtet, bei denen etwa für das Abwählen mehr Klicks als für das Annehmen erforderlich sind. Oder der Annehmen-Button mehr hervorsticht als der fürs Ablehnen. Dies ist zwar nicht verboten, der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) sieht das aber in einer Richtlinie aus dem Jahr 2020 sehr kritisch. (Stand: Oktober 2020).
  • Unabhängig davon, ob und wie die Besucher einer Webseite über eingesetzte Cookies unterrichtet werden, in der  Datenschutzerklärung muss auf die Verwendung der Cookies hinwiesen werden.
  • Der Link zur Datenschutzerklärung muss von jeder Seite der Website aus erreichbar sein.
  • Betreiben Sie eine gewerbliche Website, stellt eine fehlende oder mangelhafte Datenschutzerklärung einen Wettbewerbsverstoß dar, welcher abgemahnt werden kann.

Fazit

  • Die Rechtslage in Sachen Cookies ist in Deutschland verwirrend und noch nicht eindeutig geregelt, mann sollte aber prüfen was mindestens erforderlich ist.
  • Klar ist aber: Wer über Cookies personenbezogene Daten erhebt, muss dafür zuvor die aktive Zustimmung des betroffenen Nutzers einholen.
  • Nur technisch notwendige Cookies dürfen ohne Einwilligung des Nutzers gesetzt werden.